Potenzial der Linienorganisation

Eine eindeutige Organisationsform ist die Linienorganisation. Ihre Vorteile bezieht die Linienorganisation daraus, dass sie unter allen Organisationsformen die eindeutigste und die unkomplizierteste ist.

Allerdings liegen gerade darin auch ihre Begrenzungen. Eine Linienorganisation macht Unternehmen nämlich auch recht unbeweglich.

Linienorganisationen stammen aus der Zeit der Industrialisierung. Damals waren Maschinen wesentlich teurer als Arbeitskräfte. Entsprechend stand im Vordergrund des Interesses, die Maschinen möglichst effizient zu betreiben. Mitarbeiter wurden gebraucht, um die Maschinen zu betreiben. Die Maschinen wurden bald auf bestimmte Arbeitsgänge (z. B. Stanzen oder Bohren) spezialisiert. Damit wurden umfangreiche Bearbeitungsvorgänge immer weiter in einzelne Arbeitsschritte zerteilt (Taylorisierung). Das Management musste nun dafür sorgen, dass diese einzelnen Arbeitsschritte von den Mitarbeitern in möglichst kurzer Zeit ausgeführt wurden.

Solche Arbeit machte den Mitarbeitern natürlich keinen Spaß und führte sie auch nicht weiter. Die Motivation zu Leistung konnte nur über die Bezahlung gewonnen werden. Mittlerweile sind Mitarbeiter informierter und qualifizierter, und sie sind auch teurer geworden. Die Ressource „Mitarbeiter“ sollte deshalb einen höheren Stellenwert bekommen. Das Potenzial der Mitarbeiter kann in hierarchisch geführten Linienorganisationen nicht gut erschlossen werden.

Ein weiterer Nachteil von Linienorganisationen ist das häufig zu beobachtende „Silodenken“ der Mitarbeiter und das „Headcount-Denken“ bei Führungskräften. Ersteres verhindert den ganzheitlichen Blick der Mitarbeiter mit der Folge, dass im eigenen Arbeitsbereich optimiert wird, aber nicht zum Wohl des Gesamtprozesses. Letzteres kann dazu führen, dass die Kapazitäten zwischen Abteilungen unausgewogen sind und zu Engpässen führen.

Achten Sie auf den kommunikativen Austausch und auf eine laufende Abstimmung zwischen den betrieblichen Funktionen, zwischen den „Silos“. Stellen Sie sicher, dass der Geschäftsprozess nicht durch die Grenzen zwischen den Bereichen und Abteilungen behindert wird. Ein Abgleich an den wesentlichen Schnittstellen entlang der betrieblichen Abläufe ist dazu unerlässlich. Wie werden die Schnittstellen in Ihrem Unternehmen „geführt“?

Für Produktionsumgebungen mögen sich Linienorganisationen auch heute noch eignen. Um das Potenzial der Mitarbeiter für das Unternehmen zu erschließen, sollten die Strukturen allerdings nicht hierarchisch verstanden und gelebt werden. Führungskräfte sollten auch in Linienorganisationen ihre Aufgabe darin sehen, ihre Teams zu selbständigem und verantwortungsvollem Entscheiden zu führen.

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