Materialfluss: Definition & Erklärung

Der Materialfluss innerhalb einer Organisation ist wie der Blutkreislauf in einem Körper zu verstehen. Nicht die Betrachtung eines einzelnen Blutgefäßes ergibt einen Überblick über das System, sondern nur eine ganzheitliche Betrachtung der miteinander in Verbindung und Korrelation stehenden Leitungsbahnen ermöglicht eine Wertung des Gesamtzustands und die Definition von Verbesserungsmaßnahmen.

Der gesamte Materialfluss in einer Organisation muss daher ganzheitlich betrachtet und gesteuert werden. Die notwendigen Betriebsmittel, Rohstoffe und Materialien müssen zur richtigen Zeit in ausreichender Menge und in einem angemessenen Zustand an der richtigen Stelle in effizienter Weise zur Verfügung stehen.  

In der Regel ist es in den meisten Unternehmen so, dass die Beschaffung und die Produktion für einen Zustrom von Materialien, Rohstoffen, Halbzeugen und Fertigprodukten zum Lager hin sorgen, der Vertrieb und die Produktion erzeugen einen Abfluss von Produkten bzw. Materialien, Rohstoffen und Halbzeugen vom Lager weg.

Durch eine Analyse dieser Ströme und ihrer Abhängigkeiten voneinander erhalten Sie einen Überblick über den gesamten Materialfluss in Ihrem Unternehmen ? und dessen Umfang. Schauen Sie sich den Zu- und Abfluss an Gütern aus den Prozessen an, analysieren Sie die Mengen und die Verweildauer der einzelnen Posten, identifizieren Sie hochfrequente Veränderungen der Mengen ebenso wie statische Lagerbestände. Sehen Sie sich auch die Materialtransporte an. Der daraus resultierende Erkenntnisgewinn überwiegt den Aufwand in jedem Fall.

Innerhalb der Organisation gibt es oft keine direkt verantwortliche Stelle, die für die Steuerung von Mindest- und Maximalbeständen und deren Kommunikation zuständig ist. Stimmen Sie sich im Management-Team über diese Werte regelmäßig ab und optimieren Sie die Bestände laufend gemeinsam. Die Entscheidung für Bestände sollte nicht durch einzelne Personen bzw. einzelne betriebliche Funktionen getroffen werden, denn je nach Präferenz und Charakter der Person bzw. der betrieblichen Funktion werden ansonsten entweder unnötig hohe Lagerbestände vorgehalten, oder einzelne Positionen müssen immer wieder aufwändig in kurzer Zeit aufgestockt werden.

Durch die Definition von Eingriffsgrenzen wie zum Beispiel eine Lagermindest- und -höchstmenge, also eine Menge an Gütern, die mindestens oder höchstens vorhanden sein muss bzw. darf, kann Ruhe und Gleichgewicht erreicht werden, da zum Beispiel Eilbeschaffungen von nicht mehr vorhandenem Verbrauchsmaterial wegfallen.

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