Die arabische Mentalität

Wenn wir von arabischer Mentalität sprechen, beziehen wir uns auf die sieben Länder der arabischen Halbinsel, zu denen Saudi-Arabien, die Arabischen Emirate, Oman, Bahrain, Jemen, Kuweit und Katar zählen, aber auch auf Ägypten und die Maghreb-Staaten. Eine Unterscheidung zwischen dem sehr konservativen Saudi-Arabien und den anderen Ländern der arabischen Welt, in denen der Umgang miteinander lockerer ist, erscheint sinnvoll.

Das Leben in allen arabischen Ländern wird stark vom Islam geprägt. Der Islam gibt die Lebensphilosophie der Menschen vor. Er erfordert die vollständige Hingabe, Ergebung und Unterwerfung unter den Willen Allahs.

Mit der Entdeckung des Erdöls ist die Wirtschaft auf der arabischen Halbinsel seit den 1950er Jahren kräftig gewachsen. Beduinenzelte und Lehmhütten wurden gegen Städte mit prunkvollen Villen und spektakulären Hochhäusern ersetzt und offene Basare wurden zu großzügigen Shopping-Malls. Auch Libyen und Tunesien haben Erdölvorkommen. Der Wohlstand in diesen Ländern, insbesondere auf der arabischen Halbinsel, hat sich rasant entwickelt, aber die Kultur und die Bräuche haben sich nicht in dem Maße weiterentwickelt.

Die traditionelle Kleidung – die Dishdasha und der Turban oder ein oft rot-weiß kariertes Tuch der Männer und die Abaya der Frauen – hat sich kaum verändert. Viele Frauen tragen ihre traditionellen Umhänge mit Stolz. Unter den Umhängen tragen sie oft schicke, westliche Markenkleidung.

Die Trennung von Mann und Frau an öffentlichen Stellen richtet sich nicht gegen die Beziehung zwischen Männern und Frauen; vielmehr wird diese Regelung den verschiedenen Lebenswelten und Interessen von Männern und Frauen gerecht.

Araber sind sehr gastfreundlich, erwarten aber Respekt ihrer Kultur und ihrer Religion gegenüber. Das erfordert eine gute Kenntnis ihrer Kultur und ein ausgeprägtes Taktgefühl.

Araber schätzen die Zuverlässigkeit, die Pünktlichkeit, die Disziplin und den Fleiß von Deutschen. Diese Attribute dürfen bei Arabern nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden.

Sie begrüßen noch nicht vertraute Personen mit einer Frage nach dem Wohlergehen, die Sie nur knapp beantworten sollten. Erst mit wachsendem Vertrauen tauschen sich Araber über das Wohlergehen der Familie und persönliche Dinge aus. Hierarchisch übergeordneten Personen und älteren Menschen wird in arabischen Ländern besonderer Respekt erwiesen, indem sie zuerst begrüßt werden. In der Regel übernimmt der Gastgeber die Reihenfolge der Begrüßung bei Ihrer Vorstellung. Männer begrüßen sich mit leichtem Händedruck. Wenn Ihr Geschäftspartner dann seine rechte Hand auf sein Herz legt, erweist er Ihnen, dass er Ihnen wohlgesonnen ist. Frauen begrüßt man als Mann nur durch ein Zunicken und einen kurzen Blickkontakt.

In Maghreb-Staaten ist die Begrüßung formloser als in den Staaten der arabischen Halbinsel.

Die arabischen Länder befinden sich in einer Veränderung, die aber weiterhin auf dem Islam fußen wird. Die verbreitete Verfügbarkeit der Internet-Technologie macht es den Menschen einfacher, sich zu informieren und sich eine Meinung zu bilden. Auch in den vergleichsweise konservativen arabischen Ländern möchten insbesondere jüngere Menschen eigenbestimmter leben.

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